Wer zum Teufel war eigentlich dieser Jean Paul?

Acht Tage nach dem Weltuntergang.
Und ich such‘ immer noch nach Jean Paul.
Dem Dichter.
Nach Johannes P.
Dem Richter.
Noch drei Tage.
Bis zum 31.12.2012.

Heute stelle ich mir die Frage, wer zum Teufel dieser Jean Paul eigentlich war…
Oder ist der Teufel in diesem Zusammenhang vielleicht eher nicht angebracht…
Denn der gesuchte Literat war ja ein Pfarrerskind…

Wer war er aber außerdem?

Habe vor einigen Tagen ein Bild zugesendet bekommen.
Aus Berlin.
Vielleicht hilft das ja weiter…

wohnte jean paul in berlin?

Hhhhmmmmm…?
Wohnte Jean Paul vielleicht in Berlin?
War er vielleicht sogar Schneider?
Im Nebenberuf vielleicht?

jean paul stüberl bayreuth

War er Gastwirt?
(Na ja, Bier soll er ja ziemlich gut gefunden haben… Anm. der Autorin)
In Bayreuth?
Und vermietete Gästezimmer?

jean paul apotheke bayreuth

Oder war er doch eher Apotheker?

jean paul straßenschild

Oder war er Straßenbaumeister?
Oder wohnte er hier?
In dieser Straße?

Fragen über Fragen…

Aber vielleicht macht uns diese Antwort, die ich vor einigen Tagen erhalten habe, etwas schlauer…:

Wer zum Teufel war Jean Paul?

Einer Dichter, Autor und Bierliebhaber wäre jetzt die Antwort.
Aber hinter diesem Namen steckt eigentlich noch viel mehr.
So ist dieser Johann Paul Friedrich Richter, der sich sein Pseudonym von Jean-Jacques Rousseau abgeschaut hat, einer der berühmtesten Dichter des 18./19. Jahrhunderts.
Manche Menschen sagen sogar, er war umschwärmter als Schiller oder Goethe. Andere kennen ihn heute gar nicht mehr.
Wenn sie Worte wie Eigelb, Eiweiß oder Weltschmerz hören, denken sie nicht mehr daran, wer diese Wörter überhaupt erfunden hat. – Jean Paul!
Dieser, am 21. März 1763, einem Montag, in Wunsiedel geborene Mann war nicht nur Worterfinder, sondern auch wichtiger Autor.
Den ersten deutschen Eheroman „Siebenkäs“ schrieb er mit dreiunddreißig Jahren. Eine Geschichte über eine, zu Anfang noch glücklichen Ehe, die dann aber zerbricht. Es geht um Eifersucht, neue Liebe und die Erkenntnis, dass das, was man hat, vielleicht doch nicht das Richtige ist. Eine sehr moderne Geschichte also, die man auch heute noch in abgewandelter Form im Fernsehen sehen kann.
Und er war auch der erste Schriftsteller, der von seinen Werken, die er verkaufte, leben konnte. Leute, wie Goethe oder Schiller, hatten immer noch jemanden im Hintergrund, der ihnen Geld gab. Jean Paul hatte das nicht.
Die Frauen flogen auf ihn. Er war umschwärmt, keine Frage. Und, da es damals Brauch war, eine Locke von seinem Angebeteten zu erhalten, musste dieser bereits schon sehr kahle Mann zu seinem Pudel greifen. Er hat ihn kahl geschoren. – Die Frauen waren zufrieden. Sie haben niemals herausgefunden, dass die Locken von einem Hund und nicht von Jean Paul stammten.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselte er seine Wohnstätte. Er zog nach Bayreuth. Diese Stadt, die damals im Besitz der Preußen war, hatte er schon immer geliebt. Und freilich blieb er nicht lange in nur einer Wohnung, sonder wechselte diese nicht weniger als fünf mal. – Wahrscheinlich, weil er einen „Tapetenwechsel“ zur Inspiration brauchte.
Hier starb er nach dem Tod seines Sohnes, bereits blind vom grauen Starr, am 14. November 1825. Einem Montag.
Wer war jetzt also Jean Paul? – Er war ein Mann, der noch heute unsere Welt, unsere Dichter und Autoren prägt und ohne den wir viel, viel ärmer wären.

Allan Böhner

Ganz herzlichen Dank an Allan Böhner, für diesen ganz wunderbaren Beitrag über Jean Paul!

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