„Mein Jean Paul.“ – Ein Beitrag.

jean-paul-büste in wunsiedel

Zuerst eine Zwischenbilanz.
Von mir.

103 Tage.
Mit Jean Paul.
Solange läuft nun schon mein Projekt „Wer kennt diesen Mann?“.

Rund 100 gehängte Fahndungsplakate.
Rund 1000 verteilte Fahndungshandzettel.
Unzählige Emails.
Viele Briefe.
Sehr viele Briefe.
Mit „Fahndungsmaterial“.

Interviews.
Gespräche.

Motivationen.
Meinerseits.
Doch bitte gerne mitzumachen!
Jaaaa, auch wenn kein Wissen existiert…

Zig Kilometer unterwegs.
Auf den Spuren des Dichters.

Ganz wunderbare Begegnungen mit Menschen.
Auch mit solchen, die ich ohne das Projekt nicht kennengelernt hätte.

Viele Beteiligungen!
Jedem Einzelnen sei hierfür ganz herzlich gedankt!

Nach diesen 103 Tagen füttere ich nun noch diesen Blog mit „Jean-Paul-Häppchen“.
Und arbeite parallel an einem Film(chen), der (das) (hoffentlich…) der krönende Abschluss des Kunstprojekts sein wird.
Zu sehen wird der Film dann erstmals auf dem „kontrast-Das Kurzfilmfestival“ in Bayreuth, vom 15.02.2013 – 17.02.2013.
Mehr dazu unter:
www.kontrast-filmfest.de

Doch jetzt noch der versprochene Beitrag „Mein Jean Paul“:

Hallo,

ich habe da gestern dieses Fahndungsplakat in der Frankenpost gesehen.

Jean Paul? Ja, von dem habe ich schon gehört. Als Kind. Damals dachte ich, der wäre irgendwie mit mir verwandt. Über ein paar Ecken vielleicht.

Ich hieß auch Paul. Mit Nachnamen. Ich stellte mir also vor, ich wäre eine entfernte Nachfahrin dieses Dichters aus meiner Fichtelgebirgsheimat.

Aber dann…

Dann hörte ich eines Tages, dass Jean Paul gar nicht Paul mit Nachnamen hieß sondern Richter. Johann…(Paul?)… Richter, oder so.

Weil damals französisch ziemlich chic war, hat sich dieser Mann einfach einen französisch klingenden Künstlernamen zugelegt.

Unter dem wurde er dann berühmt – damals jedenfalls. (Aus Johann wurde Jean und das Richter lies er weg.)

Ja, er soll wirklich populär gewesen sein zu seinen Lebzeiten. Vor allem die Damenwelt soll seine Bücher regelrecht verschlungen haben.

Sie waren damals wohl sogar noch beliebter und weiter verbreitet als die Werke von einem gewissen Johann Wolfgang von Goethe.

Im Gegensatz zu diesem ist unser Heimatdichter wohl irgendwann wieder ziemlich in der Versenkung verschwunden.

Ich jedenfalls habe noch keines seiner Bücher gelesen.

Dafür weiß ich aber ein bisschen, wie er ausgesehen hat.

Es gibt da in Wunsiedel ein Denkmal von ihm. Auf dem Platz vor der Stadtkirche.

Und gleich nebenan im Gemeindehaus war sein Geburtszimmer. Sein Vater soll damals Pfarrer in Wunsiedel gewesen sein.

Schon zwei Jahre später ist die Familie dann nach Köditz gezogen. Trotzdem sagte oder schrieb Jean Paul mal:

„Ich bin gern in dir geboren, du kleine aber lichte Stadt.“ Damit hat er Wunsiedel gemeint.

Ein Zitat habe ich mal gelesen, das auch von Jean Paul stammt: „Die Bahre ist die Wiege des Himmels.“
(Ich hoffe, ich hab mir das richtig gemerkt.)

Da schimmert wohl ein wenig der Beruf seines Vaters durch.

Ich jedenfalls finde, schöner kann man die christliche Auferstehungshoffnung nicht verdichten.

Ach ja, heute bin ich 38 Jahre alt, lebe in einem Dorf bei Wunsiedel und heiße nicht mehr Paul mit Nachnamen.

Ab und zu schreibe ich auch mal ein Gedicht.

Ob mich dazu mein vermeintlicher Vorfahr inspiriert hat?

Vielleicht kann ja doch jemand, der nächstes Jahr seinen 250. Geburtstag feiert, im Leben eines heutigen Menschen seine Spuren hinterlassen?

Ich hoffe, ich habe dir ein bisschen weiterhelfen können bei deiner Suche.

Viele Grüße

Andrea

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s