Jean Paul. Oder was gegen Liebeskummer hilft…

bücher sind nur dickere briefe an freunde, jean paul

Heute endlich mal wieder ein neuer Beitrag.
Technische Unwägbarkeiten (öhmm…) und die Arbeit am Jean-Paul-Film(chen) sind schuld.
An der Pause…

Es geht zurück in den Dezember des vergangnen Jahres.
Mit Frühlingssehnsucht im Herz.

Ein nacherzähltes Interview.

Mitte Dezember.
Ein Dorf.
Ein kleines Haus.
Am Wald.

Im Wohnzimmer.

Jean Paul?“
(Gedanken wandern.
Zeiten zurück.)
„Ich sitz auf der Eckbank.
Gemütlich.
Im Elternhaus.“

„Ich hab‘ spät geheiratet.
Da hatte ich Zeit zum Lesen.
Viel Zeit.
Daheim war ich in Büchern.“

„Warum ich Jean Paul gelesen habe?
Ich glaub, ich hab eines seiner Bücher mal geschenkt bekommen.
So in den späten Achtzigern.
Dann hab ich mich durchgebissen.
Durch seine Werke.“

„Begonnen hab ich , soweit ich mich noch recht erinnern kann, mit einer Biografie Jean Pauls.
Weiter ging’s mit „Schulmeisterlein Wutz“.
Das ist kurz.
Und idyllisch.

„Katzenbergers Badereise“ ist auch nicht so dick.
Das lässt sich auch ganz gut lesen.
Ist noch etwas kautziger als das „Schulmeisterlein“, meiner Meinung nach…
Der „Katzenberger“ hat mich zum Lachen gebracht.“

„Die Figuren bei Jean Paul können Vorbilder sein.
Die Lebensphilosophie erschien mir übernehmbar.
Heut auch noch.
Für mich…“

„Was man braucht, um Jean Paul zu lesen und zu verstehen…?
Ein ruhiges Gemüt.
Theoretisch…
Ich hatte das nicht immer…
Man sollte genau lesen.
Sich vieleicht auch mal anstreichen…
Ich hab das jedenfalls so gemacht.“

„Die „Flegeljahre“ sind sehr empfehlenswert – bei Liebeskummer.
Dieser Entwicklungsroman kann sehr hilfreich sein, für musische Menschen.
Trotz der sehr ausschweifenden Sprache.
Ich hab ihn wiederholt gelesen.
Manchmal auch nur bestimmte Stellen.“

„Von den Frühjahren Jean Pauls, wie die „Unsichtbare Loge“ ist nicht viel hängengeblieben.“

„Der „Siebenkäs„, der hat mir sehr gut gefallen!
Warum?
Die sozialen Umstände dieser Zeit werden hier sehr gut beschrieben.
Die Auseinandersetzungen mit seiner Frau – phantastisch!“

„Und immer wieder die „Flegeljahre„.
Die haben mich begleitet.
Lange Zeit.“

„Ob man die Aphorismen lesen sollte?
Na ja, besser als nix…“

„Ja, Jean Paul ist schon schwierig…
Aber er war sehr begabt.
Brachte Ausschweifungen, die nicht den damaligen moralischen Regeln entsprachen.
Das find‘ ich gut.“

„In Bayreuth hab ich mal das Jean-Paul-Museum besucht.
Aber auf einer Lesung war ich nie.
Ach, viele verstehen Jean Paul besser, wenn er vorgelesen wird…?
So, so…“

„Ich glaub, ich bin durch meine Mutter zu Jean Paul gekommen…
Vielleicht hab ich das Buch von ihr geschenkt bekommen…
Damals…“

„Ja…
…die „Flegeljahre„, ich komm immer wieder drauf zurück…
…das sind Naturbeschreibungen mit innerem Gefühl.
Farbig und gewöhnlich, aber doch sehr kunstvoll.
Man muss zweimal hinschau’n, dann erhöht sich das Verständnis.“

„Später hab ich ihn dann nicht mehr gelesen.
Eigentlich bis heute.
Keine Zeit…
Irgendwie…“

„Vielleicht lese ich doch die alten Sachen irgendwann nochmal…
Neue, dicke Bücher würd‘ ich nicht mehr anfangen.“

„Komischerweise hat Jean Paul keine Lyrik geschrieben.
Ja, das stimmt, er hat doch eine sehr lyrische Schreibweise…
Verzichtete aber auf die Gedichtform…“

„Formal ist er sehr kunstvoll.
Diese Hebungen und Senkungen…“

„Ach ja, eine CD, der „Literaturverführer“ mit Teilen seiner Werke,
die hab ich auch mal geschenkt bekommen, ich glaub, von meiner Frau…
die ist auch ganz hörenswert…“

„Ja, und was noch…?
Ach, 300m am Haus geht hier der Jean-Paul-Weg vorbei.
Nein, gelaufen bin ich ihn noch nicht…
Ja, vielleicht sollte man das mal…“

„Ja, Wagner hat ja auch Geburtstag, 2013…
Ob die Beiden sich wohl gemocht hätten?“

G.G.

Die Autorin dankt ganz herzlich für dieses, sehr persönliche, Gespräch.

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