Jean Paul. Der Mond. Und mehr vom Gesuchten…

 mondfoto im polaroidstil

Endspurt.
Noch 5 Tage.
Bis zum „kontrast“-Kurzfilmfestival in Bayreuth.
Und somit auch nur noch 5 Tage bis zur Vernissage des Projekts „Jean Paul – ein wenig anders“.
Und somit auch von diesem Kunstprojekt.
Von „Wer kennt diesen Mann?“

Länger schon gab’s einen Blogeintrag mehr.
Dem möchte ich nun, hier und heute, abhelfen…

Die Arbeiten an der Schlusspräsentation hatten doch viel Zeit (und Nerven…) in Anspruch genommen.
Herausgekommen ist ein kleines, skurriles Animationsfilmchen, welches als Projektdokumentation, aber auch als „Appetithäppchen“ hier für diesen Blog fungieren soll.
Das Filmchen wird dann, als Teil einer Installation, am Freitag, 15.02.2013, um 18 Uhr, im Kolpinghaus in Bayreuth, im Rahmen von „kontrast“, erstmals gezeigt. Darüber aber die nächsten Tage sicher noch mehr.

Jetzt erstmal ein weiterer Beitrag:

Birgit Hächl hat von dem Gesuchten Folgendes gehört:
Witzig soll er sein, unglaublich komisch in manchen seiner Texte.
Berühmt soll er sein, ein Dichter, ein Liebhaber der Frauen, von gutem Essen und Bier.
Vor allem Bier! In der Rollwenzelei soll er sich aufgehalten haben – oft!
Und tot soll er sein, aber nicht im Sinne von „vergessen“, sondern eher so, wie alle, die den Weg alles Irdischen gehen, tot eben.
Sein Denkmal steht in Bayreuth auf einem Platz, an dem es auch ein Chinarestaurant gibt.
Mein Mann nennt ihn den „scheena Paul“, wenn wir uns dort verabreden.
Ich habe einen Bekannten, der mich jedes Mal, wenn wir uns sehen, fragt, ob ich denn schon endlich etwas von ihm gelesen hätte.
Ja, die Stelle mit dem Schulmeisterlein Wutz.
Ich hatte mir diese Geschichte allerdings etwas ausführlicher vorgestellt. Im Urtext fand sich nur gewissermaßen eine Anleitung zum Kreativen Schreiben:
Das Schulmeisterlein las im Schaufenster die Titel von Büchern, ging dann nach Hause und dachte sich die Inhalte dazu selber aus.
Danke Jean Paul!
So ähnlich mache ich es in der Alladorfer Schreibgruppe auch manchmal : mit geschenkten Wörtern, mit Anfangssätzen von Romanen – oder eben nun mit Buchtiteln.
Aber im Ernst: Damit ich meinen begeisterten Bekannten nicht wieder enttäuschen müsste, begab ich mich in ein niedliches Antiquariat in Bayreuth, das gewissermaßen in einer Hausecke klebt, und einen sehr hilfreichen Besitzer hat. Den fragte ich, mit welchem Buch von Jean Paul ich denn anfangen könne, wenn ich nicht gleich an der viel beschworenen Unverständlichkeit seiner Texte verzweifeln wolle.
Er drückte mir zwei in der Tat schon mehrfach gelesene Bände in die Hand. Jedenfalls sahen sie so aus. Vielleicht haben die vorigen Besitzer sie aber auch nur viele Male von hier nach dort geräumt und wieder zurück, damit sie nicht vergessen, in ihnen zu lesen – falls sie den selben Bekannten gehabt haben sollten wie ich…
Eines späten Abends, tief enttäuscht von der Seichtheit des deutschen Fernsehprogramms, packte ich es an. Ich schlug einen der Bände aufs Geratewohl auf und begann zu lesen. Laut. Weil ich dann auch dem Klang seiner Worte ausgesetzt sein würde und nicht nur den schwarzen Buchstaben auf weißem Grund.

„Der Mond – Phantasierende Geschichte – Dedikation an meine Pflegeschwester Philippine“ Da spricht er vom Mond als dem Joujou der Mädchenherzen, ihrem Nestei, um das sie die anderen Sterne herumlegen, wenn sie Phantasien aus ihnen aussitzen. Er stünde wie ein blinkendes Stahlschild im schwarzen Atlasgürtel des Himmels. Er unterstellt den Mädchen aber, dass sie den guten Mond und seinen da ansässigen Mann mehr lieben als kennen lernen wollten, so wie sie´ s auch mit den Männern unter dem Monde täten. Leider sei es kein Geheimnis, „daß schon tausend Mädchen kopulieret und beerdigt worden“ seien, die jene silberne Welt dort droben wirklich für nichts anderes gehalten hätten, als für einen „recht hübschen Suppenteller von himmlischem Zinn, das mit dem Monds-Mann, wie das englische mit einem Engel, gestempelt ist.“ Im weiteren ergeht er sich in etlichen wissenswerten und fantastischen Erläuterungen mondischer Eigenschaften, die zwar etwas altertümlich formuliert daher kommen, aber sehr fantasieanregend und auf feine Weise ironisch anmuten.
Und im Bewusstsein, oder der Kenntnis gewisser fahriger bzw. unkonzentrierter Eigenarten seiner Pflegeschwester und ihrer Freundinnen, beschwört er sie „ Ich bitte dich recht sehr, Philippine, lies diese Personalien des Mondes, auf die die ganze phantasierende Erzählung fußet, deinen Zuhörerinnen einige zwanzig Male vor: sonst ist euch alles entfallen, eh´ ich nur angefangen.“ Ja, er hat seine Pappenheimer wohl gekannt, wie wir auch heute noch sagen würden. Allerdings frage ich mich, ob ich mir nicht auch aweng a Stärk´ antrinken sollte, bevor ich mich seinen Mondfantasien entspannt und selig lächelnd hingeben kann.

Vielen Dank, liebe Birgit, für Deinen Beitrag!

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