Über’s Lesen. Und die Schule. Heute.

schulanfangsbild im polaroidstil

Noch 4 Tage.
Nur noch 4 Tage.
Dann endet (vorerst?) dieses Projekt, „Wer kennt diesen Mann?“.

Doch heute gibt’s erstmal noch einen neuen, weiteren Beitrag.
Aus Röslau.
Wie schön!

Sehr geehrte Frau Feigl,
anbei der Beitrag der Röslauer Schule.

Wer kennt / findet Jean-Paul?

Die Röslauer Grundschüler kennen Jean Paul, auch wenn ihnen nicht bewusst ist, dass folgendes Zitat von Jean Paul stammt: „Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.“

Lesen ist die Schlüsselkompetenz im Leben. Der Mensch, der geschriebenen Buchstaben keinen oder nur wenig Sinn entnehmen kann, hat sowohl in der Schule als auch später im Beruf bzw. in seinem täglichen Leben schon fast verloren, egal, über welche brillanten Fähigkeiten er sonst verfügt. Ein begabter Mathematiker muss die Aufgabenstellung verstehen, bevor er die Aufgabe lösen kann.

Wie an jeder anderen Schule wird an der Röslauer Grundschule ein besonderes Augenmerk auf die Leseförderung der Schüler gelegt. Unser Kollegium besteht quasi aus „Leseratten“ und „Bücherwürmern“. Mein persönlicher Traum ist es, die Sommerferien ohne Störungen in der Röslauer Bücherei zu verbringen, die sehr gut bestückt ist und engagiert geleitet wird.

Zurück zu Jean Paul:

Um die Schüler bei ihrem Ehrgeiz zu packen und zum Lesen zu animieren, geben wir an sie Zettel aus mit der Überschrift: „Lesen ist wie wandern in eine andere Welt.“ Nur die wenigsten wissen, dass es sich dabei um einen verkürzten Ausspruch von Jean Paul handelt.

Auf diesen Zetteln notieren die Schüler den Autor des von ihnen in ihrer Freizeit gelesenen Buches, dessen Seitenzahl und wie ihnen das gelesene Buch gefallen hat. Die Eltern bestätigen per Unterschrift, dass ihr Kind das Buch tatsächlich gelesen hat.

Die Ergebnisse der einzelnen Schüler werden von mir z.B. durch ein Längenmodell veranschaulicht. Einzelne Schüler, die bis dato ihre Lesehausaufgaben pflichtbewusst erledigt hatten, entwickelten nun den Ehrgeiz, möglichst viele Seiten zu lesen, um beim Längenmodell mit vorne dran oder zumindest im Mittelfeld zu sein.

Was noch nicht unbedingt mit Lesevergnügen zu tun hatte, aber sehr viel mit der Verbesserung der Lesetechnik und des Sinnverständnisses.

Einen Fall aus der 2. Jahrgangsstufe möchte ich besonders erwähnen – er steht als Beispiel für viele: Lauras Lesetechnik war bislang nicht schlecht. Da sie bei dem Längendiagramm unbedingt ins vordere Feld gelangen wollte, las und las sie. Irgendwann ging es nicht mehr nur um Seitenzahlen und Längendarstellung – sie las nur zum Vergnügen. Und weil ihr das Lesen Spaß machte, wurden die Lesetechnik und das Sinnverständnis praktisch nebenbei perfektioniert. Laura musste nicht mehr über Buchstabenverbindungen und den Sinn einzelner Wörter nachdenken – kurzum: „Sie konnte wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne“.

Laura las während des Schuljahres 2011/2012 übrigens 4021 Seiten. Sie wurde nur von ihrem Klassenkameraden Erik mit 4992 Seiten überflügelt, der schon in seinem ersten Schuljahr „aus den Stuben in ferne Welten gewandert“ war.

Aufgrund Jean Pauls Äußerung lasen 20 Schüler insgesamt 19005 Seiten. Ob sie diese Seiten aus Ehrgeiz oder zum Vergnügen lasen – es ist auf jeden Fall ein stolzes Ergebnis.

A. Rogler-Unglaub
Rektorin

Vielen Dank, für diesen, Hoffnung machenden, Beitrag!

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